Kurt Oesterle - Journalist und Schriftsteller



 

Kurt Oesterle - Martha und Ihre Söhne

Martha und Ihre Söhne

Martha, eine junge Frau von zwanzig Jahren, erlebt den Zusammenbruch einer Diktatur, die sie voll und ganz bejaht hat. Aus Angst vor der Rache der Sieger beschließt sie, schnellstmöglich Kinder zur Welt zu bringen, in der Hoffnung, eine Mutter werde auf jeden Fall geschont. Sie gebiert rasch hintereinander zwei Jungen, denen sie zusammen mit Paule, ihrem Mann, dem Vater, im Niemandsland zwischen Diktatur und Demokratie allerdings nur wenig zu bieten hat: Martha, eine kraftvolle, aber gebrochene Person, die aufgrund der falschen Überzeugungen und Werte, die sie noch in sich trägt, ihre Kinder nicht für die Zukunft erziehen kann. Die beiden Jungen, Fred und Hel, müssen gewissermaßen selbst groß werden, sich selber helfen – und tun dies auch, wenngleich auf unterschiedliche Art. Wie sie den Kampf um die eigene Zukunft in einer seelischen und bildungsmäßigen Ruinenlandschaft in mehreren, teils schweren Bewährungsproben bestehen, erzählt der Roman für die ersten zwölf Lebensjahre.
Erst gegen Ende lichtet sich der Nebel ein wenig. Und ein neues Leben zeichnet sich ab.

Kurt Oesterle
Martha und Ihre Söhne
180 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-414-3
Klöpfer und Meyer Verlag Tübingen

 

Kurt Oesterle - der Wunscbruder

Der Wunschbruder

Max, ein geschwisterloser Junge, in Zeiten, als Einzelkinder unter dem Druck ländlich-bäuerlicher Tradition noch als Unglück galten, wünscht sich einen Bruder, um sein Unglück abzuschütteln. Er wünscht ihn sich mit so ungeheurer, nur Kindern erreichbarer Wunschkraft, dass er ihn bekommt: Es ist Wenzel, der vernachlässigte Flüchtlingsjunge. Doch die ersehnte Brüderlichkeit und die gemeinsame Familie scheitern. Wenzel, der sich als gefährlicher Sohn zu entpuppen scheint, wird von Maxens Vater nach vielen Kämpfen und Verirrungen weggejagt die zweite Vertreibung eines Vertriebenenkinds. Jahrzehnte später begegnen die beiden sich wieder, es kommt nun aber nicht zu Abrechnungen. Vielmehr ist Max fasziniert, dass Wenzel trotz allerlei Versuchungen wie Drogen und Gewalt nicht untergegangen ist. Der Roman schlägt zwei Bögen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und stellt somit zwei Lebensläufe nebeneinander: den eines Verwahrlosten, der noch mit dreißig versucht, elementare Bildung zu erwerben, und fürchtet, dass sein kleiner Sohn seinen Leidensweg wiederholen muss; dann den eines Wohlbehüteten und Hochgebildeten, der seiner Einsamkeit nicht entkommt.
Am Ende bleibt offen, ob Wenzel und Max noch einmal zu neuer, nicht-berauschter Brüderlichkeit aufbrechen können.

Kurt Oesterle
Der Wunschbruder
450 Seiten geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-081-7
Klöpfer und Meyer Verlag Tübingen

 

Richard Gölz

Richard Gölz - ein Wankheimer Licht im deutschen Dunkel

Richard Gölz (1887-1975) war ab 1932 in Wankheim bei Tübingen Gemeindepfarrer. Im Pfarrhaus fanden untergetauchte Junden und Jüdinnen Asyl. Ein Wankheimer meldete das der Polizei. Richard Gölz wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Welzheim deportiert. Schlaglichtartig beleuchtet Kurt Oesterle die verschiedenen Stationen in Gölz' Leben - vom Kirchenmusikdirektor zum Dorfpfarrer und später zum orthodoxen Priester in den USA.
In seiner Schlussbetrachtung - die Scham der Retter - geht Oesterle im Anschluss an den französischen Totalitarismusforscher Tzvetan Todorov der Frage nach: "Was verbindet Richard und Hildegard Gölz mit Anderen, die Menschen vor Verfolgung gerettet haben?"

Kurt Oesterle
Richard Gölz - Ein Wankheimer Licht im deutschen Dunkel
30 Seiten
ISBN 978-3-929128-50-5
TVT Verlag Tübingen
 

 

Demokrat ohne Radikalismus

Demokrat ohne Radikalismus

In zwei Beiträgen porträtiert Kurt Oesterle den bedeutenden und doch in Vergessenheit geratenen schwäbischen Pfarrer Johann Gottfried Pahl (1768 - 1839)

Lebensbild
Oesterles Vortrag beschreibt Pahls Weg aus ärmlichen Verhältnissen ins Pfarramt, seine mutigen journalistischen Arbeiten, die in zweimal in höchste Lebensgefahr brachten und die öffentliche Anerkennung, die ihm zum Lebensende zu teil wurde. Ein für die Demokratie engagierter Pfarrer "ohne Radikalismus".

Pahls Roman "Ulrich Höllriegel"
Oesterle charakterisiert in seiner Rezension Pahls Roman "Das Lied vom ewigen Schwärmer". Denn, so Oesterle, dieser Roman "könnte modellhaft auf alle Übergangszeiten bezogen sein, die ihre eigenen Radikalismen hervorbringen: 1848, 1918 und ebenso 1968."

Kurt Oesterle
Demokrat ohne Radikalismus
78 Seiten
[D] EUR 7,00
ISBN 978-3-9291128-46-8
November 2010 bei TVT Verlag Tübingen
 

 

Mordwand und Todeskurve

Mordwand und Todeskurve

Der Motorradrennfahrer Hans Baltisberger ist längst
eine Figur der Weltliteratur. Schon vor fünfzig Jahren hat
der tschechische Schriftsteller Bohumil Hrabal ihm eine
schaurig-traurige Moritat in Prosa gewidmet. »Der Baltisberger
hat ein großes Herz«, sagt darin einer der Bewunderer
des auf seiner NSU-Sportmax vorbeiflitzenden
Betzingers, der zweimal die Deutsche Meisterschaft gewann.
Gleich ob als Werks- oder Privatfahrer, Baltisberger
war ein »Profi«, noch bevor dieses Wort fest zum Sprachwortschatz
gehörte. Außerdem war »der Mann, der keine
Wut kannte«, eines der frühen westdeutschen Sportidole,
nicht nur in seiner schwäbischen Heimat, ein Held aus
der Sportära vor dem Fernsehen.
Der Eiger war damals der Berg ? und das Bergunglück,
das sich vor über fünf Jahrzehnten in der Eigerwand ereignete,
schien manchen Beobachtern mit der Unaufhaltsamkeit
einer antiken Tragödie abzulaufen. Der Berg
wurde zum zürnenden Gott, die zwei italienischen und
die zwei deutschen Alpinisten, Franz Mayer aus Rottweil
und Günter Nothdurft aus Tübingen, die sich in Fels und
Eis vorankämpften, die wurden zu glücklosen, unwissenden
Akteuren, deren Verderben sich erst im letzten Moment
offenbaren würde. So jedenfalls ist das Geschehen in
der Wand damals dargestellt worden ...

»Kurt Oesterle hat für seine beiden Reportagen genau recher chiert, aber er klärt nicht alles auf; er gibt nicht vor, alle Wider sprüche aufheben und alle Rätsel lö sen zu können, die in den beiden Geschichten stecken. Fast möchte man sa gen, dass die Geschichten durch ihre Widersprüchlichkeit und ihre offenen Fragen besonders lebendig werden.« Hermann Bausinger im Geleitwort zu diesem Buch

Kurt Oesterle
Mordwand und Todeskurve - Zwei Sportlergeschichten
Mit einem Geleitwort von Hermann Bausinger
ca. 104 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ca. F [D] 14,80 / [A] 15,30 / sfr 26,?
ISBN 978-3-940086-24-2
August 2008 bei Klöpfer und Meyer
 


Stammheim

Stuttgart-Stammheim in den siebziger Jahren: Die Anführer der RAF, die die Bundesrepublik mit ihrem Terror in Schach hält, sitzen hinter Gittern des angeblich schlimmsten Knasts der Republik und bringen Lügen über Isolationshaft und Folter in Umlauf. Horst Bubeck, 1964 bis 1991 Vollzugsbeamter in Stammheim und für die Gefangenen der Baader-Meinhof- Gruppe zuständig, erzählt erstmals die ganze Wahrheit rund um die Stammheim-Legende. "Ein wertvoller Beitrag zur Entmythologisierung der Baader-Meinhof-Geschichte." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Kurt Oesterle entlarvt das Isolationsfolterspiel von Regierung und Gefangenen: ein furchtbares Buch, ein hervorragendes Buch. Und es war längst fällig." taz

"Selten ist es einer Gruppe von Häftlingen so gelungen wie Baader, Meinhof und Ensslin, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen und Philosophen wie Sartre zu politischen Deppen zu machen. (...) Ein schaurig-schönes Stück politischer Aufklärung." Focus

Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck.
3. Auflage 2004. 184 Seiten, geb. mit Schutzumschlag, ? 18,90/sfr 33,60
ISBN 3-937667-10-5
Erschienen bei Klöpfer und Meyer
 


Der Fernsehgast oder Wie ich lernte die Welt zu sehen

?... Oesterle schildert mit so kraftvollen, experimentierfreudigen und treffsicheren Worten, daß sich heutige junge Städtebewohner vor lauter Urtümlichkeit darüber wundern können, daß es das Fernsehen von damals heute noch gibt. Oesterle lässt hinter aller Herbheit aber auch eine Art lyrischen Goldgrund sichtbar werden: Die Verse, die die Leute zu allen Lebenslagen parat haben, sind der unmittelbarste und knappste Ausdruck einer mündlichen Tradition, die mit dem Fernsehen in eine Krise gerät. Im Dokumentarischen aufmerksam und gescheit, schaut Oesterle mit liebe- und kauzig-humorvollem Blick den Leuten in die Stube ihres Lebens, ohne das Landleben zur Pastorale zu verklären. Er hat ein echtes und bildschönes Buch geschrieben." Süddeutsche Zeitung, 23. August 2002

Ausgezeichnet mit dem Berthold-Auerbach-Preis 2002, von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats gewählt - und über mehrere Monate wohlplaziert auf der SWR-Bestenliste stehend.
Roman. 5. Auflage 2004.
192 Seiten, geb. mit Schutzumschlag, ? 18,90/sfr 33,60
ISBN 3-937667-31-8
Taschenbuch 2012
190 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-86351-102-9, ? (D) 9,90 / (A) 10,20 / sfr 14,90 * Erschienen bei Klöpfer und Meyer
 


Das mythische Muster. Peter Weiss' Grundlegung einer 'Ästhetik des Widerstands'
Univ. Diss., Tübingen 1989, zweite Auflage 2012


Die Doktorarbeit von Kurt Oesterle wurde in einer kleinen Auflage neu gedruckt. Sie kann beim Autor direkt bezogen werden.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Kurt Oesterle ? info@kurt-oesterle.de ? 72076 Tübingen